Die Wasserkrise ist da – von Afrika bis Europa spürbar!

von | Aug. 30, 2024 | Umwelt | 0 Kommentare

Dürre in Somalia, 2022: Ein Junge sammelt das wenige Wasser, das er aus einem ausgetrockneten Fluss holen kann. © UNICEF/UN0607653/Rich

Die dramatische Realität der globalen Wasserkrise

Die Welt steht am Rande einer verheerenden Wasser- und Hygienekrise, die durch den Klimawandel und eskalierende Konflikte verschärft wird. Millionen von Menschen kämpfen täglich ums Überleben – und die schwächsten unter ihnen, die Kinder, tragen die schwersten Lasten.

Wasser ist nicht nur ein grundlegendes Menschenrecht; es ist die Essenz des Lebens. Doch die erschreckende Wahrheit ist, dass der Zugang zu sauberem Wasser für Milliarden von Menschen auf diesem Planeten eine unerreichbare Hoffnung bleibt. Während wir in den Industrieländern den Luxus genießen, jederzeit den Wasserhahn aufzudrehen, kämpfen in vielen Teilen der Welt Familien um jeden Tropfen sauberes Wasser.

1. Die Krise ist bereits hier und jetzt

Obwohl über zwei Drittel der Erde von Wasser bedeckt sind, sind nur weniger als drei Prozent davon trinkbar – und dieses kostbare Gut ist ungleich verteilt. Besonders in Afrika, Lateinamerika und Asien ist Wasserknappheit nicht nur eine tägliche Herausforderung, sondern eine Frage von Leben und Tod.

In den letzten zwei Jahrzehnten wurde zwar der Zugang zu Trinkwasser für über zwei Milliarden Menschen verbessert, doch das reicht nicht. Mehr als zwei Milliarden Menschen weltweit haben immer noch keinen regelmäßigen Zugang zu sauberem Wasser. Der Klimawandel verschärft diese Krise, und die Situation ist alarmierend: Rund 739 Millionen Kinder und Jugendliche leben bereits heute in Regionen mit hoher oder sehr hoher Wasserknappheit.

2. Sicheres Wasser: Eine Illusion für Milliarden

Das Ziel, bis 2030 allgemeinen Zugang zu sicherem und bezahlbarem Trinkwasser für alle zu erreichen, scheint in weiter Ferne. „Sicheres“ Wasser bedeutet nicht nur, dass es sauber ist – es muss auch zugänglich, verfügbar und frei von Verunreinigungen sein. Für Millionen von Menschen ist das jedoch eine unerreichbare Realität.

Ein erschreckendes Beispiel ist die Situation der 7-jährigen Madina aus dem Sudan. Ihr Dorf Gelhanty leidet unter Wassermangel und wiederkehrenden Dürren. Die einzige Wasserquelle, die ihr zur Verfügung steht, ist ein Bach, aus dem auch Tiere trinken – eine Quelle, die mit gefährlichen Keimen und Bakterien verseucht sein könnte.

Afghanistan, 2023: Die 6-jährige Noorbala mit ihrer Großmutter auf dem Weg zu einem Bach. Noorbala läuft jeden Tag zwei Stunden durch die Sommerhitze, um Wasser zu holen. © UNICEF/UNI399213/Bidel

3. Die Uhr tickt: Die Zeit für Veränderungen ist jetzt

Die globale Wasserkrise verlangt nach sofortigem Handeln. Politische Maßnahmen müssen die am stärksten gefährdeten Gemeinschaften in den Mittelpunkt stellen. Investitionen in Wasser-, Sanitär- und Hygienesysteme müssen drastisch erhöht werden, und die Klimaresilienz muss gestärkt werden. Ohne radikale Veränderungen werden auch im Jahr 2030 Milliarden Menschen weiterhin unter den verheerenden Folgen dieser Krise leiden.

Es ist Zeit, die Augen zu öffnen und die brutale Realität der Wasserkrise anzuerkennen. Ein „Weiter so“ kann es nicht geben – die Zukunft von Millionen von Menschen hängt davon ab.

4.Kinder sind am meisten durch Wasserknappheit und mangelnde Hygiene gefährdet

Februar 2024: Diese Kinder mussten aus ihrer Heimat Sudan in den angrenzenden Tschad fliehen. Im Camp gibt es wenig Wasser – an einem von UNICEF errichteten Bohrloch konnten sie zumindest die Kanister füllen.

Noch immer zählen der Mangel an sauberem Wasser und Hygiene zu den häufigsten Todesursachen bei Kindern unter fünf Jahren. Jeden Tag sterben weltweit mehr als 1.000 Kinder unter fünf Jahren an Krankheiten, die durch verschmutztes Wasser, fehlende Sanitäreinrichtungen und mangelnde Hygiene verursacht werden.

Hygiene ist eine der einfachsten und kostengünstigsten Maßnahmen, um lebensgefährliche Krankheiten zu verhindern. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür sind die Kinder auf den Philippinen, die nach dem verheerenden Taifun 2013 lernten, beim Händewaschen mit Seife zweimal „Happy Birthday“ zu singen – die ideale Zeitspanne, um gefährliche Krankheitserreger effektiv zu beseitigen. Dies ist besonders wichtig, da in vielen der ärmsten Regionen der Welt das Händewaschen mit Seife keine Selbstverständlichkeit ist.

Gründliches Händewaschen mit Seife ist entscheidend im Kampf gegen Krankheiten, wie uns die COVID-19-Pandemie eindrücklich vor Augen geführt hat. Doch das Problem bleibt: Milliarden von Menschen weltweit haben keinen regelmäßigen Zugang zu einem Ort, an dem sie sich die Hände waschen können. Dies erhöht das Risiko für Ausbrüche von Krankheiten und macht die Schwächsten – insbesondere Kinder – besonders verletzlich.

5. Die Wasserknappheit ist längst in Europa angekommen

Auch in Europa ist Wasserknappheit keine ferne Bedrohung mehr, sondern bereits bittere Realität. Einige Länder kämpfen schon heute mit gravierenden Wasserproblemen, die weitreichende Konsequenzen haben:

  • Spanien: Besonders betroffen sind Regionen wie Andalusien und Katalonien, die unter extremen Dürreperioden leiden. Dies führt zu Wasserrationierungen, bedroht die Landwirtschaft und erschwert die Trinkwasserversorgung.
  • Italien: In Norditalien, insbesondere in der Po-Ebene, ist die Wasserknappheit so akut, dass die Landwirtschaft in Mitleidenschaft gezogen wird. Die Wasserversorgung für Haushalte und Industrie steht ebenfalls unter Druck.
  • Griechenland: Die griechischen Inseln, vor allem in der Ägäis, erleben immer häufiger Wasserknappheit, was die Wasserversorgung der Bevölkerung gefährdet und zu Importen von Trinkwasser führt.
  • Portugal: Hier sind besonders die südlichen Regionen wie Alentejo betroffen. Längere Dürreperioden führen zu einer drastischen Verringerung der Wasserreserven und beeinträchtigen die Landwirtschaft erheblich.
  • Frankreich: Im Sommer 2023 erlebten einige Regionen in Frankreich die schlimmste Dürre seit Jahrzehnten. Dies führte zu erheblichen Einschränkungen in der Wassernutzung und bedroht langfristig die Wein- und Landwirtschaft.
  • Deutschland: Auch in Deutschland sind einige Regionen, besonders im Osten und in Bayern, zunehmend von Wasserknappheit betroffen. Trockene Sommer und niedrige Grundwasserstände zwingen Gemeinden bereits jetzt zu Wassersparmaßnahmen.

6.Konsequenzen der Wasserknappheit in Europa

  • Landwirtschaft: Wasserknappheit führt zu Ernteausfällen und bedroht die Lebensgrundlage vieler Landwirte. Dies kann zu steigenden Lebensmittelpreisen und wirtschaftlichen Verlusten führen.
  • Wasserversorgung: In einigen Regionen wird die Wasserversorgung rationiert, und die Bevölkerung wird aufgefordert, Wasser zu sparen. Dies beeinträchtigt die Lebensqualität und kann zu sozialen Spannungen führen.
  • Umwelt: Die Wasserknappheit schädigt Ökosysteme, da Flüsse austrocknen und Feuchtgebiete verschwinden. Dies bedroht die Biodiversität und verstärkt Umweltprobleme.
  • Tourismus: Regionen, die stark vom Tourismus abhängig sind, müssen mit Einschränkungen in der Wassernutzung rechnen, was das touristische Angebot beeinträchtigen kann.

Die Wasserkrise ist nicht nur ein Problem der Entwicklungsländer – auch Europa muss sich dringend mit den Folgen der Wasserknappheit auseinandersetzen und nachhaltige Lösungen entwickeln, um die Versorgung langfristig zu sichern.

Seit 2024 gibt es eine neue, dringende Initiative: #WaterWiseEU – eine Kampagne für einen achtsameren Umgang mit Wasser in Europa. Unser Kontinent erwärmt sich doppelt so schnell wie der Rest der Welt, und die Wassersysteme stehen zunehmend unter Druck. Jährlich sind 30 % der Menschen und 20 % der Landfläche in Europa von Wasserknappheit betroffen. 70 % der Europäerinnen und Europäer äußern ihre Besorgnis über Wasserverschmutzung und – Knappheit, doch fast die Hälfte fühlt sich nicht ausreichend über die Wasserprobleme in ihrem Land informiert. 

Dringender Handlungsbedarf: Wir steuern auf eine Katastrophe zu!

Die alarmierenden Zahlen und Fakten zeigen eindeutig: Die Welt versagt dabei, das sechste UN-Ziel für nachhaltige Entwicklung zu erreichen – „Wasser und Sanitärversorgung für alle“. Ohne sofortige Maßnahmen droht eine beispiellose Krise.

 „SAVE THE WORLD SOLUTION“– , Betreiber dieses Blogs, setzt sich ebenfalls aktiv gegen den Wassermangel ein. Mit unseren Projekten, darunter umfangreiche Aufforstungsinitiativen und andere umweltbewusste Maßnahmen, treten wir dem Klimawandel direkt entgegen. Durch diese Anstrengungen verringern wir das Risiko einer beschleunigten Erhitzung der Erde und tragen so dazu bei, die Wasserressourcen für zukünftige Generationen zu sichern. Wir handeln heute, um ein besseres Morgen zu sichern. 

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